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Projekt TEFE A+: Englisch-Lehrkräfte für das Europa der Zukunft – Internationale Gäste an der Universität Passau

Das Zentrum für Lehrkräftebildung und Fachdidaktik (ZLF) der Universität Passau hat es sich mit dem Projekt TEFE (Teachers of English for Future Europe, deutsch: „Englisch-Lehrkräfte für das Europa der Zukunft“) zur Aufgabe gemacht, das Unterrichtsfach Englisch im Lehramtsstudium länderübergreifend und interkulturell zu gestalten. Bereits zum dritten Mal trafen sich nun Anfang Oktober angehende Englisch-Lehrkräfte zu einem „Blended Intensive Programme“ (BIP) – ein Intensivkurs für die internationale Lehrpraxis – an der Universität Passau.

| Lesedauer: 4 Min.

Alle Teilnehmenden des TEFE BIP, insgesamt rund 35 Personen, stehen auf der Außentreppe des Philosophicum-Gebäudes der Universtität Passau und winken in die Kamera

Das Projekt TEFE A+ (Teachers of English for Future Europe – Putting the Internationalisation of Teaching Practice into Action) baut auf dem Erfolg des Vorgängerprojekts TEFE auf und zielt darauf ab, die Internationalisierung der Lehrkräftebildung in die Praxis umzusetzen. Sechs europäische Partneruniversitäten führen TEFE A+ gemeinsam durch. Bei dieser Zusammenarbeit stehen vor allem die Vernetzung und der Austausch zwischen Lehrkräften, Lehramtsstudierenden und Dozierenden im Fokus. Das „Blended Intensive Programme“ (BIP) zeichnet sich durch internationale Intensivkurse mit innovativen Lehrelementen aus, mit dem Ziel, die professionellen Fähigkeiten künftiger Englisch-Lehrkräfte zu verbessern.

Das TEFE BIP findet jährlich mit wechselndem Standort statt. Nachdem die Staatliche Universität Navarra in Pamplona, Spanien, die TEFE-Teilnehmenden letztes Jahr zum BIP empfing, war nun wieder die Universität Passau mit Gastgeben an der Reihe. Eine Besonderheit bildete dieses Jahr die Teilnahme der Åbo Akademi, der neuen Konsortiums-Partneruniversität aus Finnland, die mit insgesamt sieben internationalen Studierenden das BIP um neue Perspektiven bereicherte. Insgesamt 35 Lehramtsstudierende und Mitarbeitende der sechs europäischen Partneruniversitäten sprachen hier gemeinsam über fachliche und interkulturelle Kompetenzen für den Unterricht angehender Englisch-Lehrkräfte und wie sie diese entwickeln können.

Bei strahlendem Herbstwetter lernten die Teilnehmenden die Geschichte Passaus bei einem geführten Stadtrundgang kennen. In kleinen, internationalen Gruppen wurden verschiedene Aufgaben bearbeitet und thematische Videos produziert: neue Kontakte und Freundschaften entstanden. Wesentlicher Bestandteil des Programms waren zudem Unterrichtsbesuche in der Mittelschule St. Nikola, der Grundschule St. Anton, der Innstadt-Grundschule, im Adalbert-Stifter-Gymnasium (ASG), der Dreiflüsse-Realschule, den Gisela-Schulen und dem Leopoldinum. Dort erhielten die Studierenden Einblicke in den Englisch-Unterricht und konnten Kontakte zu Schulen knüpfen. Denn TEFE A+ verfolgt auch das Ziel, dass die künftigen Lehrkräfte Schulpraktika im Ausland absolvieren; in diesem Rahmen arbeitet die Universität mit der Mittelschule St. Nikola, dem ASG sowie dem Gymnasium Vilshofen zusammen.

TEFE A+ Projektleiterin und -entwicklerin Dr. Helena Lohrová von der Südböhmischen Universität Budweis erklärt: „Wir wenden die TEFE-Methodologie und unser Framework an, um zukünftige Englischlehrkräfte mit den Kompetenzen auszustatten, die sie brauchen, um im internationalen Kontext zu unterrichten.“ Prof. Dr. Karsten Fitz, Professor für Amerikanistik und Media Studies an der Universität Passau und lokale Projektleitung, ist von der Tragweite des Projekts überzeugt: „Diese Woche war eine fantastische interkulturelle Erfahrung. Sie war eine wertvolle Ergänzung zu unserem Lehramtsstudium, da sie unseren Studierenden eine internationale Perspektive geboten hat. Es gibt viel, was sie für ihre zukünftige Karriere mitnehmen und als Lehrkräfte für die Zukunft Europas nutzen können.“

Auch die teilnehmenden Studierenden sind begeistert. Martina Varšová von der Comenius Universität in Bratislava, Slowakei, kommentiert: „An diesem Projekt hat mir besonders gefallen, dass ich die Möglichkeit hatte, in transnationalen Gruppen mit Studierenden aus anderen Ländern zu arbeiten. TEFE hat mir gezeigt, wie man in einem kulturell vielfältigen Team effektiv arbeitet, und mir bewusst gemacht, wie sehr interkulturelle Kommunikation den Unterricht prägt.“ Bálint Tóth von der Eötvös Loránd Universität Budapest ergänzt: „Mein größtes Take Away ist die Wichtigkeit von Multikulturalität und Internationalität. Ich habe neue Freunde aus verschiedenen Ländern gefunden und festgestellt, dass wir mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben.“

Weitere Ausgaben des BIP sind bereits in Planung, das nächste wird im Herbst 2027 erneut an der Südböhmischen Universität Budweis (Tschechische Republik) stattfinden.

Das Projekt TEFE A+ war auf insgesamt drei Jahre angelegt und lief im Oktober 2026 aus. Die BIPs und Praktika werden aber, soweit möglich, fortgeführt. Ein Folgeprojekt ist bereits in Planung.

Informationen zu TEFE A+:
Das Projekt macht es sich zur Aufgabe, eine interkulturelle Lehrpraxis zu etablieren, internationale Unterrichtspraktika zu ermöglichen und ein Netzwerk aus Mentorinnen und Mentoren für angehende Englisch-Lehrkräfte aufzubauen. Außerdem soll das im Vorgängerprojekt erarbeitete „TEFE-Framework for the Internationalisation of Teaching Practice and Employability“ (deutsch: „TEFE-Rahmen für die Internationalisierung der Lehrpraxis und der Beschäftigungsfähigkeit“) weiterverbreitet und angewandt werden. Mit seinen internationalen Partnerschaften unterstützt das Projekt vernetzte Hochschulsysteme und hat das Potential, innovative Lehrpraktiken anzuregen und gleichzeitig wertvolle Daten für die politische Entscheidungsfindung zu liefern. TEFE A+ wird von einem Konsortium aus sechs europäischen Universitäten durchgeführt: Aston University (Vereinigtes Königreich), Comenius Universität Bratislava (Slowakei), Eötvös Loránd Universität (Ungarn), Staatliche Universität Navarra (Spanien), Südböhmische Universität Budweis (Tschechische Republik), Universität Passau (Deutschland).

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