PReP Me (Phasenvernetzendes Reflexions- und Praxisprojekt Lehrkräftebildung Mittelschule) verfolgt das Ziel, die Lehrkräftebildung phasenübergreifend zu stärken und den Übergang vom Studium in den Vorbereitungsdienst durch vielfältige Kooperations- und Reflexionsangebote zu begleiten. Das Projekt wird vom Stifterverband im Rahmen der Förderlinie WandelBAR gefördert. An der konzeptionellen Ausgestaltung von PReP Me wirkt unter anderem Dr. Doris Cihlars mit, die als Leiterin des Fachbereichs Mittelschulpädagogik und -didaktik ihre langjährige Expertise einbringt.
Während ihres Studiums werden die Teilnehmenden von der Projektverantwortlichen Dr. Magdalena Sonnleitner, Leiterin des Praktikumsamts für die Lehrämter an Grund- und Mittelschulen, sowie von der Projektkoordinatorin und Mittelschulmentorin Simone Rauch begleitet. „Durch die kontinuierliche Betreuung sowie die enge Verzahnung von Studium, schulischer Praxis und wissenschaftlicher Reflexion bereiten wir die angehenden Lehrkräfte Schritt für Schritt auf ihren künftigen Beruf vor“, erklärt Dr. Magdalena Sonnleitner.
Das Kooperationsseminar „Vielfalt gestalten“ griff diese Zielsetzungen auf und legte einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Inklusion. Unter der Leitung von Simone Rauch und Melanie Neulinger-Seil setzten sich die Teilnehmenden damit auseinander, wie Unterricht in heterogenen Lerngruppen gelingen kann. „Der direkte Austausch mit den Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern eröffnet den Studierenden wertvolle Einblicke ins Referendariat“, so Melanie Neulinger-Seil. „Das ermöglicht ihnen ein vertiefteres Verständnis für die vielfältigen Anforderungen des Lehrberufs.“
An drei aufeinander aufbauenden Tagen verband das Seminar wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen aus dem Schulalltag. Auf die Einführung in zentrale Fragestellungen und die Arbeit mit sogenannten Core Practices (Kernpraktiken des Unterrichtens) folgte die Analyse authentischer Unterrichtssituationen. Einen besonderen Höhepunkt bildete dabei der Besuch der Don-Bosco-Schule Passau: Schulleiter Karl Bischof gab Einblicke in das pädagogische Konzept der Einrichtung und eröffnete so den Teilnehmenden neue Perspektiven auf Unterricht, Schulleben und individuelle Förderangebote. Die Hospitationen und der anschließende Austausch boten Gelegenheit, den professionellen Umgang mit Heterogenität zu reflektieren.
Vor dem Hintergrund der gesammelten Erfahrungen wurden zum Seminar-Abschluss die Core Practices im Kontext von Vielfalt vertieft und auf das eigene professionelle Handeln übertragen. „Unser Ziel war es, professionsübergreifende Perspektiven zusammenzuführen“, sagt Simone Rauch, „sodass die Teilnehmenden ihre eigene Rolle als Lehrkraft reflektieren und Kompetenzen für einen inklusiven Unterricht weiterentwickeln können.“
Das Kooperationsseminar zeigt beispielhaft, wie gewinnbringend die Zusammenarbeit der verschiedenen Phasen der Lehrkräftebildung sein kann. Mit Formaten wie PReP Me stärkt die Universität Passau den Praxisbezug im Lehramtsstudium und verbindet frühzeitig wissenschaftliche Erkenntnisse und schulische Erfahrungen. So gelingt es, angehende Lehrkräfte gezielt auf die Anforderungen einer vielfältigen Schulpraxis vorzubereiten.