Datum: 28.5.2026
Uhrzeit: 16:00 Uhr (c.t.)
Link zur Veranstaltung:
https://uni-passau.zoom.us/j/64814091291?pwd=mLlvGFPlL0jQZP0HwnOi40Q9x1E3kb.1#success
Die Leistungen von Lernenden der Grundschule im Bereich Lesen sind in nationalen und internationalen Vergleichsstudien stets schwach. Als eine Möglichkeit, um diesem Negativtrend entgegenzuwirken, wird der Einsatz von generativer künstlicher Intelligenz (KI) in der Lesediagnostik und -förderung diskutiert. Insbesondere das Potenzial für Individualisierung, die permanente Verfügbarkeit und Musterhaftigkeit großer Sprachmodelle gelten als Chancen. Der Vortrag verfolgt das Ziel, diese Entwicklung einerseits nachzuvollziehen und sie andererseits aus lesedidaktischer Perspektive kritisch einzuordnen. Dazu wird jeweils ein exemplarisches Einsatzszenario von KI an beiden Enden des Spektrums (Diagnostik und Förderung) vorgestellt, in gemeinsamer Arbeit erprobt und schließlich kritisch reflektiert. Ergänzt wird dies durch Ergebniswerte aus dem Projekt SKILLS (Schulen nutzen KI für das Lesen, literarische Lernen und Schreiben), in dem Einsatzszenarien von KI im Grundschulunterricht forschend begleitet wurden. Im Ergebnis zeigt sich dabei, dass der Einsatz von KI im Bereich Lesen weder das Diagnostizieren noch das Lernen grundlegend verändert; KI-Anwendungen können die Rolle der Lehrperson im Kontext des Lesens auch keinesfalls ersetzen, sie verändern diese Rolle jedoch und führen zu neuen Anforderungen.